Wie bestimme ich den optimalen Deckzeitpunkt?
Die optimale Deckzeitbestimmung ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Zucht!
Der mit Abstand häufigste Grund, warum eine Hündin nicht aufnimmt oder sich nicht belegen lässt, ist der falsch gewählter Deckzeitpunkt.
Wird der optimale Zeitpunkt korrekt bestimmt, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wichtig ist, dass der Test von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt wird, der über ausreichend Erfahrung verfügt und kein Schnelltest, sondern ein Serum Progesterontest mittels Blutentnahme zum Einsatz kommt. Nur so sind zuverlässige und vergleichbare Ergebnisse gewährleistet. Dabei ist zu beachten, dass die Progesteronwerte in zwei unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben werden können: ng/ml oder nmol/l.Befruchtung sehr hoch - vorausgesetzt Rüde und Hündin sind gesund und fortpflanzungsfähig.
Der optimale Deckzeitpunkt liegt bei etwa 24 Stunden nach der Ovulation (Eisprung).
Das einzig verlässliche Verfahren zur Bestimmung dieses Zeitpunktes ist der Progesterontest im Blutserum.
Progesteron ist ein weibliches Sexualhormon, das eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Zyklus, bei der Entwicklung der Hitze sowie der Trächtigkeit spielt.
Während der Läufigkeit steigt der Progesteronspiegel kontinuierlich an. Anhand dieses Anstiegs kann der Eisprung und damit der optimale Zeitpunkt bestimmt werden.
Der Eisprung erfolgt nicht abrupt, sondern über einen Zeitraum von etwa 24 Stunden. In dieser Zeit reifen die Eizellen und sind befruchtungsfähig. Genau deshalb liegt der optimale Deckzeitpunkt nicht am Tag des Eisprungs, sondern kurz danach.
Die Hitze der Hündin gliedert sich in folgende Phasen:
Vorbrunst (Proöstrus)
Dauert meist 7 - 10 Tage. Typisch sind blutiger Ausfluss und zunehmendes Interesse der Rüden, die Hündin ist jedoch noch nicht deckbereit.
Hauptbrunst (Österus)
Dauert meist 5 - 7 Tage. Die Hündin steht nun und lässt Rüden zu. Der Eisprung findet im frühen Verlauf dieser Phase statt.
- Nachbrunst (Metöstrus)
Unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht, beginnt nun die Gelbkörperphase. In dieser Phase bilden sich in den Eierstöcken sogenannte Gelbkörper, diese produzieren das Hormon Progesteron.
Der erste Progesterontest sollte gegen Ende der Vorbrunst, meist etwa zwischen dem 5. und 8. Tag der Hitze, erfolgen. Dieser erste Wert dient der Orientierung. Auf dieser Grundlage kann der erfahrene Tierarzt oder der erfahrene Züchter beurteilen, wann etwa der nächste Test sinnvoll ist.
Spätestens zu Beginn der Hauptbrunst (Standhitze) erfolgt ein weiterer Test.
Sobald der Progesteronwert von 5 ng/ml erreicht wird, kann davon ausgegangen werden, dass der Eisprung stattgefunden hat. Zu beachten ist, dass die Werte je nach Labor etwas variieren. Daher ist die Erfahrung des durchführenden Tierarztes bei der Interpretation der Ergebnisse entscheidend!
Progesteronwert Bedeutung:
< 1ng/ml Vorbrunst
1-2 ng/ml Übergang zur Hauptbrunst
4-6 ng/ml Ovulation
8-10 ng/ml Optimaler Deckzeitpunkt
> 10 ng/ml Eisprung liegt bereits zurück
Beachtet werden muss, dass es zwei unterschiedliche Maßeinheiten gibt: ng/ml und nmol/l.
Umrechnung: 1 ng/ml entspricht etwa 3,18 nmol/l
Der optimale Deckzeitpunkt liegt etwa 24 Stunden nach der Ovulation, also bei einem Progesteronwert von 8-10 ng/ml.
Da Spermien nach dem Belegen etwa 48 Stunden befruchtungsfähig bleiben, kann ein Deckakt kurz vor der Ovulation auch erfolgversprechend sein. Umgekehrt sind die Eizellen jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum befruchtungsfähig, weshalb ein zu spätes Decken meist erfolglos bleibt.
Häufige Fehlerquellen:
- Verlass auf äußere Zeichen (Ausfluss, Standhitze) ohne Hormonbestimmung
- Verwendung von Schnelltests
- zu große Zeitabstände zwischen den Blutentnahmen
- Wechsel des Labors während der Messreihe
- zu spätes Decken obwohl die Hündin noch steht
- unerfahrener Tierarzt
Eine sorgfältige Progesteronbestimmung ist die sicherste Methode, um den optimalen Deckzeitpunkt zu bestimmen. Sie erhöht die Trächtigkeitsrate enorm, schont die Hündin und Rüden und verhindert unnötige Deckakte.
Die Voraussetzung ist jedoch stets die fachkundige Auswertung durch den erfahrenen Tierarzt.





